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Allgemein | 16.02.2010
Niederlage gegen die USA

Das Schweizer Männerteam hat zum Auftakt des Olympiaturniers den nicht unmöglichen Exploit gegen die USA verpasst. Das Team von Ralph Krueger unterlag den USA aufgrund zu vieler individueller Fehler 1:3.


In der 50. Minute wurden die Schweizer Bemühungen endlich belohnt: Bei der erst zweiten Strafe gegen die USA lancierte Captain Mark Streit einen Angriff, Hnat Domenichelli bediente Roman Wick und vom Stock des Kloteners fand der Puck den Weg ins Netz. Anschliessend kam noch einmal Hoffnung auf, ganz grosse Chancen zum Anschluss erarbeiteten sich die Schweizer aber nicht mehr und so kam der Silber-Medaillengewinner von Salt Lake City verdient zum ersten Sieg in der Gruppe A.


Offensiver Beginn
Die beiden Teams schien weder die ungewohnt frühe Anspielzeit (12.00 Uhr) noch die Tatsache zu stören, dass viele von ihnen vor 40 Stunden noch für ihre Klubs gespielt und im Fall der USA nur ein gemeinsames Training absolviert hatten. Angriff statt Abwarten hiess die Devise vom ersten Bully an: Die Schweizer Verteidiger (Yannick Weber, Mark Streit, Luca Sbisa) gaben allein in den ersten 45 Sekunden drei Schüsse auf den derzeit wohl "heissesten" NHL-Keeper Ryan Miller ab, noch vor Ablauf der ersten beiden Spielminuten musste sich aber auch Jonas Hiller sechsmal (!) auszeichnen.


Mangelnde Chancenauswertung...

Dass die Schweizer trotz des couragierten und disziplinierten Anfangs nach zwei Dritteln praktisch keine Hoffnungen mehr hatten, war zwar aufgrund des Schussverhältnisses von 22:9 für die Amerikaner logisch, aber dennoch nicht zwingend. Im Gegenteil: Beim Stande von 0:0 hatte Hnat Domenichelli in seinem ersten wichtigen Spiel für die Schweiz aus nächster Nähe den Führungstreffer knapp verpasst (15.) und kurz darauf brachte Thibaut Monnet den Stock nicht rechtzeitig aufs Eis, um eine Hereingabe von Andres Ambühl ins verwaiste US-Tor zu bugsieren (17.). Und unmittelbar vor dem 0:2 durch David Backes konnte der Rekord-Internationale Ivo Rüthemann eine sehenswerte Vorlage von Thierry Paterlini in idealer Position nicht unter Kontrolle bringen.


...und Fehler der Routiniers

Zum mangelhaften Ausnützen der wenigen erstklassigen Torchancen gesellten sich defensive Mängel, die man sich gegen ein mit NHL-Stars gespicktes Team einfach nicht erlauben darf. Dem 0:1 von Jonas Hillers Klubkollege Bobby Ryan (19.) gingen eine zu kurze Abwehr mit der Hand von Raphael Diaz und ein Stellungsgfehler von Routinier Martin Plüss voraus. Beim 0:2 liess sich Yannick Weber von Backes allzu leicht überlaufen und beim 0:3 brachte Sandy Jeannin die Scheibe nicht aus dem Drittel und nach dem Rebound bei Hiller kam wiederum Weber zu spät.

Ralph Kruegers Poker, Weber derart viel Verantwortung zu übertragen, ging wie schon an der WM in Bern nicht auf. Das unbestrittene Talent aus dem Seeland beging zu viele Fehler und wurde nach einem weiteren Fehler, der eine Zweiminuten-Strafe kostete, ab der Schlussphase des zweiten Abschnitts nur noch im Powerplay eingesetzt.

Wohl noch schwieriger wird die nächste Schweizer Aufgabe. Gegen den Gastgeber ist das Krueger-Ensemble in der Nacht auf Freitag (01.30 Schweizer Zeit) noch krasserer Aussenseiter, ehe es dann gegen Norwegen aller Voraussicht nach um das Erreichen eines möglichst guten Platzes für die "Achtelfinals" geht.

 

USA - Schweiz 3:1 (1:0, 2:0, 0:1)

Canada Hockey Place. -- 16'456 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Bulanow/O'Halloran (Russ/Ka), Morin/Oskirko (Ka/Russ). -- Tore: 19. Ryan 1:0. 26. Backes 2:0. 29. Malone (Suter/Ausschluss Sannitz) 3:0. 50. Wick (Mark Streit, Domenichelli/Ausschluss Suter) 3:1. -- Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die USA, 3mal 2 Minuten gegen die USA.

USA: Miller; Rafalski, Suter; Whitney, Erik Johnson; Jack Johnson, Orpik; Gleason; Langenbrunner, Kesler, Dustin Brown; Stastny, Kane, Parise; Malone, Paverlski, Kessel; Ryan, Backes, Callahan; Drury.

Schweiz: Hiller; Yannick Weber, Mark Streit; Blindenbacher, Sbisa; Seger, Philippe Furrer; Diaz, von Gunten; Paterlini, Martin Plüss, Rüthemann; Romano Lemm, Jeannin, Wick; Domenichelli, Sannitz, Sprunger; Monnet, Ambühl, Déruns.

Bemerkungen: Schweiz ohne Tobias Stephan (Ersatzgoalie). -- Lattenschuss Pavelski (44.). -- Schüsse: USA 24 (8-14-2); Schweiz 15 (5-4-6). -- Powerplay: USA 1/3; Schweiz 1/2.

Roman Wick